Agile Coaching 6 min Lesezeit

    Scrum oder Kanban in Versicherungsteams — eine Entscheidungshilfe

    Die Frage 'Scrum oder Kanban' wird in Versicherungen häufig ideologisch geführt. Pragmatischer ist es, sich die Arbeit selbst anzuschauen: Wie planbar ist sie? Wie hoch ist der Anteil unvorhergesehener Tickets? Wie viele Stakeholder ziehen am Backlog?

    Wann Scrum sinnvoll ist

    • Produkt- oder Plattform-Entwicklung mit klarer Vision
    • Stabiles Team von 5–9 Personen
    • Planbarer Anteil von ca. 70 % der Arbeit
    • Klar benennbarer Product Owner mit Mandat

    Wann Kanban besser passt

    • Schadenbearbeitung, Underwriting-Support, 2nd-Level-Operations
    • Hoher Anteil eingehender, nicht planbarer Tickets
    • Regulatorische Sofortanforderungen
    • Wenig Toleranz für 'erst im nächsten Sprint'

    Wann Hybrid die ehrlichste Antwort ist

    Viele Versicherungs-Teams arbeiten faktisch hybrid: feste Iterationen für Produktarbeit, Kanban-Lane für unplanbare Eingänge. Das ist kein Methodenversagen, sondern Realität. Wichtig sind WIP-Limits, gemeinsame Priorisierung und ein Team, das beide Modi beherrscht.

    Entscheidungsfragen

    1. Wie hoch ist Ihr Anteil ungeplanter Arbeit über die letzten 8 Wochen?
    2. Können Sie zwei Wochen Forecast geben — oder zerschießt jeder neue Schadenfall die Planung?
    3. Haben Sie einen echten Product Owner oder ein Komitee?

    Möchten Sie das für Ihr Versicherungsunternehmen konkret durchspielen?

    Mehr Kontext zu unserer Arbeit mit Versicherern finden Sie auf unserer Übersichtsseite Agile Coaching für Versicherer.

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